Sein Vater, der Zimmermann

Balthasar Conrad Seling, der Vater des Bildhauers Heinrich Seling.

Die erste Bebauung des Gesmolder Raumes erfolgte im Ortsteil Westberghöfen, westlich des Berges Loh. Vor gut 1000 Jahren entstanden hier die ersten Vollerbenhöfe. Mitten im heutigen Gesmold ließ sich dann ein Franke nieder, ein sogenannter Meyerhof entstand. Es wurden rund um den alten Hof Erbköttereien angelegt (Kotten/ Häuser auf geerbten Grund), Auch eine Eigenkirche des Hofes ist errichtet worden. Der Grund und Boden im Ort war nun aufgeteilt, Bauwillige konnten fortan aber in der Mark siedeln, es entstanden vor gut 200 Jahren die Markköttereien. Diese Markkötter machten sich Land nördlich der Else urbar und errichteten dort ein bescheidenes Häuschen.

Als einer der ersten neuen Siedler wird Johann Conrad Seling - eventuell schon zur Eheschließung 1746 - in der Mark die Markkötterei Seling errichtet haben. Er starb 1800 „Auf dem Bruche“, so die Bezeichnung seines Wohnplatzes. Johann Conrad war auf der Markkötterei Seling im „ Brockhagen“ geboren, heute bekannt als Gaststätte Theo Seling an der Ortsdurchfahrt Gesmold.

Johann Conrads Sohn, der das Elternhaus erbte, hatte auch den Vornamen Johann Conrad. Die Wohnortbezeichnung war 1838 nicht mehr „Auf dem Bruch“, sondern „Bei der Becke“ (Beim Bach, der Else). Einer seiner Kinder, der Sohn Balthasar Conrad, der Vater des Bildhauers, errichtete 1841 ein eigenes Haus an der Ortsdurchfahrt Gesmold.
Der Vater des Bildhauers, Balthasar Conrad, war 1796 geboren worden. Er erlernte den Beruf des Zimmermannes. Diesen Beruf übte er in und um Gesmold aus.

Einer seiner größeren Bauten war 1826 der Neubau des Bauernhauses Große Kalmer in Wennigsen. Ob er beim eigentlichen Kirchenneubau 1834 in Gesmold als Zimmermann mitarbeitete, ist nicht gesichert aber wahrscheinlich. Als dann nach dem unerwarteten Zusammenbruch des Kirchturmes das neue Dach dafür erstellt werden musste, erhielt Balthasar Seling den Auftrag dafür, eine Bestellliste der Nägel aus dem Jahr 1838 liegt vor.

Übrigens, als 1854 in Wellingholzhausen eine Notkirche auf der Diekbreede gebaut werden musste, das alte Gotteshaus sollte neu erstellt werden, erhielt Seling den Auftrag. Vielleicht ist es eines seiner letzten Arbeiten als Zimmermann gewesen, später heißt es, dass er aus Altersgründen nur noch Tischlerarbeiten ausführen könnte. Dazu hatte er sich in seinem Wohnhaus im Anbau eine kleine Tischlerei eingerichtet. Diese nutzte zwischendurch auch sein Sohn, der Bildhauer Heinrich Seling, bevor er sich in Osnabrück niederließ.

Der Vater des Bildhauers verließ im Jahr 1870/71 mit seiner Frau Gesmold und zog nach Osnabrück. Dort hatte sein Sohn Heinrich an der Herderstraße einen Neubau errichtet. Im Adressbuch wird er dort auch als Tischler und Bildhauer geführt.

Für viele stellt sich die Frage der Beziehung des Mäßigkeitsapostels Johann Matthias Seling zum Bildhauer Heinrich Seling. Antwort: Sie waren sehr weitläufig miteinander verwandt.

Der Bildhauer Heinrich Seling und der Mäßigkeitsapostel Johann Matthias Seling hatten vor fünf Generationen gemeinsame Eltern. Der Vater der Ururgroßeltern von Heinrich Seling war der Urgroßvater von Johann Matthias Seling. Der Mäßigkeitsapostel Johann Matthias Seling lebte vom 01.12.1792 – 27.11.1860, der Bildhauer Heinrich Seling lebte von 10.03.1843 – 02.09.1912.


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Nördlich der Kirche errichtete die Familie Seling vor 1800
an der Else eine Markkötterei. Der Sohn und Zimmermann
Johann Conrad konnte dann 1841 eine Neubauerei an der
Ortsdurchfahrt bauen. Hier wurde der Bildhauer
Heinrich Seling 1843 geboren.
Der Vater vom Bildhauer Heinrich Seling ist hier in der
Markkötterei „Bei der Becke“ geboren.
Im Nebengebäude befand sich eine Werkstatt.


Eine seiner größten Bauten wird der Hof Große Kalmer
in Wennigsen gewesen sein. Das Haus wird heute
als Wirtschaftsgebäude genutzt.


Die Lieferung der Nägel für den Turmbau der Gesmolder
Kirche ist hier 1838 dokumentiert.